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INHALT

PATERSON erzählt die Geschichte des Busfahrers Paterson, der genauso heißt wie der Ort, in dem er lebt. Die Kleinstadt in New Jersey und ihre eigentümlichen Bewohner sind die Inspiration für seine Gedichte, die er Tag für Tag in der Mittagspause auf der Parkbank verfasst. Die Welt seiner Frau Laura dagegen ist im ständigen Wandel. Fast täglich hat sie neue Träume, jeder einzelne von ihnen ein anderes, inspirierendes Projekt. Paterson liebt Laura und sie ihn. Er unterstützt ihre neugefundenen Ambitionen und sie bewundert seine Gabe für Poesie.


Der neue Film von Kultregisseur Jim Jarmusch (DEAD MAN, BROKEN FLOWERS, ONLY LOVERS LEFT ALIVE) widmet sich mit viel Liebe zum Detail und gewohnt lakonischem Humor seinen skurrilen Figuren, allen voran dem von Shootingstar Adam Driver (STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT) verkörperten Feingeist Paterson. Durch maximalen Minimalismus gelingt Jarmusch ein buchstäbliches Gedicht von einem Film.


CAST & CREW

JIM JARMUSCH - Regisseur

Filmografie:

  • 2016   GIMME DANGER, PATERSON
  • 2013   ONLY LOVERS LEFT ALIVE
  • 2009   THE LIMITS OF CONTROL
  • 2005   BROKEN FLOWERS
  • 2004   COFFEE AND CIGARETTES
  • 2002   TEN MINUTES OLDER: THE TRUMPET INT. TRAILER. NIGHT (Short Film)
  • 1999   GHOST DOG: DER WEG DES SAMURAI
  • 1997   YEAR OF THE HORSE
  • 1995   DEAD MAN
  • 1991   NIGHT ON EARTH
  • 1989   MYSTERY TRAIN
  • 1986   DOWN BY LAW
  • 1984   STRANGER THAN PARADISE
  • 1980   PERMANENT VACATION



Kommentar des Regisseurs

PATERSON ist eine ruhige Geschichte, ihre zentralen Figuren haben keine wirklich dramatischen Konflikte. Die Struktur ist einfach und folgt lediglich sieben Tagen im Leben der Figuren. PATERSON ist als Feier der Poesie von Details, Variationen und alltäglichen Begegnungen gedacht und als eine Art Gegenentwurf zu hochdramatischem oder Action-orientiertem Kino. Es ist ein Film, dem man es erlauben sollte, einfach an einem vorbeizuziehen – so wie Bilder, die man durchs Fenster eines Linienbusses wahrnimmt, der sich wie eine mechanische Gondel durch eine kleine, vergessene Stadt bewegt.

ADAM DRIVER als Paterson

Filmografie:

  • 2016   PATERSON von Jim Jarmusch
    MIDNIGHT SPECIAL von Jeff Nichols
  • 2015   STAR WARS: EPISODE VII — DAS ERWACHEN DER MACHT von J. J. Abrams
  • 2014   GEFÜHLT MITTE ZWANZIG von Noah Baumbach
    THIS IS WHERE I LEAVE YOU von Shawn Levy
    HUNGRY HEARTS von Saverio Costanzo
  • 2013   SPUREN von John Curran
    INSIDE LLEWYN DAVIS von Ethan and Joel Coen
  • 2012   LINCOLN von Steven Spielberg
    FRANCES HA von Noah Baumbach
  • 2011   J. EDGAR von Clint Eastwood
  • 2012/16   GIRLS von Lena Dunham (TV-Serie)

GOLSHIFTEH FARAHANI als Laura

Filmografie:

  • 2016   PATERSON von Jim Jarmusch
    SOPHIE’S MISFORTUNES von Christophe Honoré
  • 2015   TWO FRIENDS von Louis Garrel
  • 2014   EXODUS: GÖTTER UND KÖNIGE von Ridley Scott
    EDEN von Mia Hansen-Love
  • 2013   THERE BE DRAGONS – GLAUBE
    BLUT UND VATERLAND von Roland Joffe
    MY SWEET PEPPER LAND von Hiner Saleem
    JUST LIKE A WOMAN von Rachid Bouchareb
  • 2012   STEIN DER GEDULD von Atiq Rahimi
  • 2011   HUHN MIT PFLAUMEN von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud
  • 2010   SI TU MEURS, JE TE TUE von Hiner Saleem
  • 2009   ALLES ÜBER ELLY von Asghar Farhadi
  • 2008   SHIRIN von Abbas Kiarostami
    DER MANN, DER NIEMALS LEBTE von Ridley Scott
  • 2006   HALF MOON von Bahaman Ghobadi
    BAB’AZIZ — DER TANZ DES WINDES von Nacer Khemir
  • 2003   STWO ANGELS von Mamad Haghighat






ÜBER DEN FILM

Die Gedichte, die der Busfahrer Paterson im Film verfasst, stammen aus der Feder von Ron Padgett. Der am 17. Juni 1942 in Tulsa, Oklahoma geborene Dichter zählt zu den Vertretern der New Yorker Schule. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichte und Aufsätze, ist aber auch als Lehrer, Übersetzer und Verleger tätig.


Jim Jarmusch über Ron Padgett
„Ron Padgett ist ein Dichter, den ich liebe, seit ich ihn in den 1970er Jahren entdeckt habe. 1970 war er Mitherausgeber (zusammen mit David Shapiro) von AN ANTHOLOGY OF NEW YORK POETS, das so eine Art religiöses Buch für mich wurde, denn die Dichter der New Yorker Schule gehören zu meinen liebsten in der Geschichte der amerikanischen Poesie. Darunter sind großartige Poeten wie Frank O’Hara, John Ashbery, Kenneth Koch, James Schuyler, natürlich Ron Padgett, David Shapiro. Ich bin seit ein paar Jahren mit Ron Padgett befreundet und ich liebe seine Gedichte. Daher wollte ich, dass die Gedichte, die Paterson im Film schreibt, von Ron Padgett sein sollten. Wir benutzten einige, die bereits existierten, zu denen wir eine Beziehung hatten und bei denen wir das Gefühl hatten, dass sie von Paterson stammen könnten. Aber Ron schrieb auch neue Gedichte – nur für unseren Film. Ich fühle mich sehr geehrt, Gedichte von Ron Padgett in meinem Film zu haben. Für mich ist er ein Rockstar. Er ist ein unglaublicher Dichter und ein unglaublicher Mann.“


Großes Vorbild und Idol des Busfahrers Paterson im Film ist der amerikanische Lyriker und Prosa-Autor William Carlos Williams (17. September 1883 – 4. März 1963), dessen bekanntester Gedichtband PATERSON die gleichnamige Industriestadt in New Jersey zu einem der literarisch denkwürdigsten Orte Amerikas erhob.


Jim Jarmusch über William Carlos Williams
„William Carlos Williams war Doktor und Kinderarzt. Interessanterweise war er der Arzt von Robert Smithson, dem großartigen Land-Art-Künstler, der auf tragische Weise jung ums Leben kam. Er arbeitete Vollzeit, aber er schrieb auch all diese brillanten Gedichte. Seine Philosophie ist die Poesie der kleinen Details und der Dinge des täglichen Lebens. Eine seiner Gedichtzeilen, die Method Man von Wu-Tang Clan – der einen Auftritt im Film hat – zitiert, lautet „No ideas but in things“. Das bedeutet, dass man Ideen aus der realen Welt bzw. aus den Details der realen Welt bezieht. William Carlos Williams war ein wunderbarer Umsetzer dieser Philosophie. Er war sehr wichtig für uns. Seine Philosophie und seine Herangehensweise an Poesie formten den Film. Dass Method Man ihn in dem kleinen Rap, den er für den Film schrieb, zitiert, war keine Idee von mir. Er kam damit zu mir, nachdem er selbst etwas von William Carlos Williams gelesen hatte. So schließt sich der Kreis.“